Die Psychoanalyse ist ein tiefenpsychologisch orientiertes psychotherapeutisches Verfahren, das darauf abzielt, unbewusste Konflikte, innere Spannungen und frühe Beziehungserfahrungen bewusst zu machen und dadurch psychische Symptome zu verstehen und nachhaltig zu verändern. Sie geht davon aus, dass viele seelische Beschwerden in unbewussten inneren Prozessen und frühen Bindungs- und Beziehungserfahrungen verwurzelt sind.

Im Mittelpunkt steht die intensive Auseinandersetzung mit Gefühlen, inneren Bildern, Erinnerungen und wiederkehrenden Beziehungsmustern. Durch das schrittweise Verstehen dieser inneren Dynamiken kann sich ein tiefergehendes Selbstverständnis entwickeln, das langfristige Veränderungsprozesse ermöglicht.

Ein zentrales Ziel der Psychoanalyse ist es, unbewusste Wiederholungsmuster in Beziehungen und im Erleben zu erkennen. Werden diese Muster bewusst und verstehbar, entstehen neue Handlungsspielräume und emotionale Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Psychoanalyse wird insbesondere bei chronischen, komplexen oder strukturell verankerten psychischen Problemen eingesetzt. Sie gehört zu den psychodynamischen Verfahren und ist als wissenschaftlich anerkanntes Therapieverfahren etabliert.

Typische psychoanalytische Methoden

Freie Assoziation
Patient:innen äußern spontan Gedanken, Gefühle und innere Bilder ohne bewusste Auswahl oder Bewertung. Dadurch können verborgene Zusammenhänge und unbewusste Konflikte sichtbar werden.

Traumanalyse
Träume werden als Ausdruck unbewusster Wünsche und Konflikte verstanden und gemeinsam hinsichtlich ihrer symbolischen Bedeutung reflektiert.

Übertragung und Gegenübertragung
Gefühle und Beziehungserfahrungen aus früheren Lebensphasen werden unbewusst auf die therapeutische Beziehung übertragen. Diese Dynamik wird genutzt, um alte Beziehungsmuster erlebbar und bearbeitbar zu machen.

Deutung (Interpretation)
Der/die Therapeut:in bietet behutsame Hypothesen zu inneren Zusammenhängen an, um unbewusste Prozesse bewusst zu machen und emotional zugänglich zu gestalten.