Brainlog ist ein vergleichsweise neues psychotherapeutisches bzw. therapeutisches Verfahren, das darauf abzielt, emotionale und körperliche Belastungen zu erkennen, zu fokussieren und zu verarbeiten. Es kombiniert Elemente aus der neurowissenschaftlich orientierten Psychotherapie mit körperzentrierten Zugängen und weiteren Methoden, um tiefer liegende Muster im Erleben zugänglich zu machen.
Ursprung und Grundlagen
Brainlog baut auf Konzepten auf, die seit den 1990er‑Jahren in der Psychotherapie genutzt werden, etwa der sogenannten bilateralen Stimulation – also der Hin‑ und Her‑Aktivierung beider Gehirnhälften, wie sie auch bei Verfahren wie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) eingesetzt wird.
Die Methode ist so angelegt, dass sie die Quelle eines belastenden Gefühls oder Problems nicht nur erkennt, sondern in einem prozessorientierten Ablauf auch dabei unterstützt, diesen Bereich gezielt zu bearbeiten. Gleichzeitig kombiniert sie Elemente aus unterschiedlichen therapeutischen Traditionen, etwa der humanistischen Psychologie (die davon ausgeht, dass Menschen über innere Ressourcen zur Selbstheilung verfügen) oder ressourcenaktivierenden Ansätzen.
Wie Brainlog wirkt
Bei Brainlog wird versucht, Zugänge zu emotionalen Erfahrungen im emotionalen „Raumgedächtnis“ zu finden – also in Bereichen, die nicht unmittelbar mit bewussten Erinnerungen verknüpft sind, aber körperlich oder gefühlsmäßig spürbar sind. Durch das Fokussieren dieser Bereiche und die gezielte Nutzung von Stimuli oder bilateraler Aktivierung wird ein Prozess in Gang gesetzt, der zu einer Neubewertung und Verarbeitung belastender Inhalte führen kann. Dabei bleibt die Person während des gesamten Prozesses selbstbestimmt und kann zwischen Anspannung und innerer Sicherheit wechseln.
Einsatzgebiete
Brainlog wird in der Praxis sowohl zur Begleitung psychotherapeutischer Prozesse als auch im Coaching eingesetzt, etwa für:
- Stressabbau und emotionale Regulation
- Verarbeitung von Belastungen, Blockaden oder Lebenskrisen
- Unterstützung bei Ängsten, psychosomatischen Beschwerden oder traumatischen Erlebnissen
- Aktivierung persönlicher Ressourcen und Potenziale
Wichtig ist dabei, dass Brainlog in vielen Fällen nicht als alleinige Therapie verstanden wird, sondern eher als Ergänzung zu etablierten therapeutischen Prozessen bzw. als Unterstützung im Coaching‑Kontext. Es setzt auf die Kraft der therapeutischen Beziehung und findet in einem vertrauensvollen, sicheren Rahmen statt, in dem die Person aktiv in den Verarbeitungsprozess eingebunden bleibt.
Fazit
Brainlog ist ein körper‑ und neurobiologisch orientierter Ansatz, der darauf abzielt, belastende Erfahrungen nicht nur zu beschreiben, sondern gezielt zu verarbeiten und aufzulösen. Durch die Integration moderner methodischer Elemente und die Betonung der Selbststeuerung des Klienten kann Brainlog einen wertvollen Beitrag leisten – sei es im therapeutischen Kontext oder im Coaching zur persönlichen Weiterentwicklung.

