Das Konzept des Bondings spielt in der bindungsorientierten Psychotherapie eine zentrale Rolle. Diese Therapieform geht davon aus, dass frühe Beziehungserfahrungen – insbesondere die emotionale Bindung zu den Eltern – die spätere psychische Entwicklung stark beeinflussen. Wenn das Bonding in den ersten Lebensjahren unsicher, widersprüchlich oder belastet war, können sich im Erwachsenenalter Schwierigkeiten im Selbstwert, in Beziehungen oder in der Emotionsregulation zeigen.
In der Therapie wird deshalb nicht nur über aktuelle Probleme gesprochen, sondern auch über frühe Beziehungserfahrungen. Die therapeutische Beziehung selbst hat dabei eine besondere Bedeutung: Sie bietet einen geschützten Raum, in dem neue, korrigierende Beziehungserfahrungen möglich werden. Durch Verlässlichkeit, Empathie und emotionale Präsenz kann der Therapeut helfen, alte Muster zu erkennen und schrittweise zu verändern.
Ziel ist es, innere Sicherheit aufzubauen, Vertrauen zu entwickeln und emotionale Bedürfnisse besser wahrzunehmen. So wird Bonding nicht nur als frühkindliches Ereignis verstanden, sondern als lebenslanger Prozess, der auch im therapeutischen Rahmen heilsam nachreifen kann.

