Eine Panikattacke kann sich wie eine unmittelbare Katastrophe anfühlen. Wiederholt sie sich unerwartet und entsteht eine dauernde Angst vor der nächsten Attacke, kann eine Panikstörung vorliegen.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung. Sie können ein persönliches Gespräch sowie eine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik nicht ersetzen und sind nicht zur Selbstdiagnose gedacht.

Kurz zusammengefasst

  • Panikattacken erreichen meist innerhalb kurzer Zeit eine hohe Intensität und gehen wieder zurück.
  • Bei Agoraphobie werden Orte oder Situationen gefürchtet, aus denen Flucht oder Hilfe schwierig erscheinen.
  • Körperliche Ursachen sollten besonders bei erstmaligen oder untypischen Beschwerden ärztlich geprüft werden.

Was geschieht bei einer Panikattacke?

Typisch sind plötzliches Herzklopfen, Enge, Atemnot, Zittern, Schwitzen, Schwindel, Übelkeit oder Kribbeln. Manche Menschen erleben die Umgebung als unwirklich oder fürchten, die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden, einen Herzinfarkt zu haben oder zu sterben.

Eine einzelne Panikattacke ist noch keine Panikstörung. Attacken können auch bei anderen Angststörungen, Depressionen, Trauma, körperlichen Erkrankungen oder unter Substanzeinfluss auftreten.

Panikstörung und Agoraphobie unterscheiden

Bei einer Panikstörung treten wiederholt unerwartete Attacken auf. Hinzu kommen anhaltende Sorge vor weiteren Attacken oder deutliche Verhaltensänderungen. Bei Agoraphobie richtet sich die Angst auf Situationen wie öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen, weite Plätze, Geschäfte oder das Alleinsein außer Haus.

Beide Störungen treten häufig gemeinsam auf. Betroffene planen Wege nach vermeintlich sicheren Orten, nehmen nur in Begleitung teil oder verlassen das Haus kaum noch. Solche Sicherheitsstrategien wirken kurzfristig, verhindern aber neue Lernerfahrungen.

Diagnostik und medizinische Abklärung

Die Fachperson fragt nach Ablauf, Häufigkeit, Auslösern, Erwartungsangst und vermiedenen Situationen. Bei neuen, starken oder ungewöhnlichen Symptomen ist eine ärztliche Untersuchung wichtig. Dazu können je nach Situation Herz-Kreislauf-, Schilddrüsen- oder andere Untersuchungen gehören.

Nach unauffälliger Abklärung ist es hilfreich, die Angstsymptome als erklärbare Alarmreaktion zu verstehen, statt immer neue Notfalluntersuchungen zu suchen. Das gelingt meist nicht durch bloße Beruhigung, sondern durch gezielte Behandlung.

Behandlung

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden Panikreaktionen verständlich gemacht und befürchtete Körperempfindungen sowie vermiedene Situationen schrittweise aufgesucht. Ziel ist die Erfahrung, dass Angst ansteigen und wieder abklingen kann, ohne dass die erwartete Katastrophe eintritt.

Je nach Schweregrad können Antidepressiva eingesetzt werden. Eine ärztliche Aufklärung über Wirkung, Nebenwirkungen und Absetzen ist wichtig. Schnell wirksame Beruhigungsmittel sind wegen des Abhängigkeitsrisikos keine gute Dauerlösung.

Was hilft während einer Attacke?

Versuchen Sie, die Reaktion zu benennen: „Das ist starke Angst, mein Alarmsystem ist aktiv.“ Atmen Sie nicht absichtlich immer tiefer; bei zu schneller Atmung kann das Beschwerden verstärken. Richten Sie Aufmerksamkeit auf den Boden unter den Füßen und lassen Sie die Welle möglichst vorbeiziehen, ohne hektisch zu fliehen.

Bei einer ersten Attacke oder Beschwerden, die sich anders als bekannt anfühlen, ist medizinische Hilfe angemessen. Ein individueller Plan aus der Therapie hilft, unnötige Notfallwege und gefährliches Bagatellisieren auseinanderzuhalten.

Wenn Sie akut Hilfe brauchen

Bei unmittelbarer Gefahr für Sie oder andere rufen Sie 112 oder gehen Sie in die nächste psychiatrische Notaufnahme. In Deutschland erreichen Sie die TelefonSeelsorge kostenfrei und rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116117 erreichbar. In Österreich: TelefonSeelsorge 142; in der Schweiz und Liechtenstein: Die Dargebotene Hand 143.

Wenn Suizidgedanken auftreten, bleiben Sie möglichst nicht allein und holen Sie unmittelbar Unterstützung. Auch Angehörige dürfen die Notrufstellen kontaktieren.

Häufige Fragen

Kann man bei einer Panikattacke ohnmächtig werden?

Ohnmacht ist bei typischer Panik eher selten, aber nicht unmöglich und kann andere Ursachen haben. Tatsächliche Bewusstlosigkeit, Verletzungen oder neue neurologische Symptome gehören ärztlich abgeklärt.

Sollte ich jede gefürchtete Situation sofort allein bewältigen?

Nein. Expositionsschritte werden sinnvoll abgestuft und wiederholt. Entscheidend ist, dass Unterstützung nicht dauerhaft zur zwingenden Sicherheitsbedingung wird.

Warum kommt Panik manchmal scheinbar aus dem Nichts?

Kleine körperliche Veränderungen, Stress, Schlafmangel oder innere Reize können unbemerkt als Gefahr bewertet werden. Die Attacke wirkt dann aus heiterem Himmel, obwohl ein erlerntes Alarmmuster abläuft.

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